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Föhnfische und die Föhnmauer - Föhn

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"Föhnfische", genauer Linsenwolken (Altocumulus lenticularis)

Natürlich kann man Föhnfische nicht essen und nicht gegen die Föhnmauer fahren!

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Die Föhnmauer über dem Alpenhauptkamm

Fischförmige Wolken, von starken Winden in Form gebracht und die Wolkenwand, die unverrückbar wie eine Mauer über den Alpen steht - beides haben Sie vielleicht schon einmal gesehen. Wenn Sie sie gesehen haben, dann sind Sie wahrscheinlich in der Sonne gestanden und es war relativ warm und es wehte vielleicht auch ein leichter bis starker Wind.

Woher man das weiß? Ganz einfach, diese Wolkenformen kennzeichnen eine sogenannten Föhnwetterlage. Zudem ist auch klar, dass es auf der anderen Seite der Alpen regnet!

Betrachten Sie folgende Grafik:

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Liegt auf der Alpensüdseite ein Hochdruckgebiet und auf der Alpennordseite ein Tiefdruckgebiet, so muss eine Luftströmung - ein Wind - über die Alpen wehen. Dabei steigt Luft an der Südseite des Gebirges auf und kühlt dabei ab. Die sog. trockenadiabatische Abkühlung beträgt auf 100 Höhenmeter 1°C, bis die Luft 100% relative Luftfeuchtigkeit erreicht. Dann beginnen sich Tröpfchen zu bilden, man sagt der Wasserdampf kondensiert. Bei der Kondensation wird etwas Wärme freigesetzt, deshalb kühlt sich die immer weiter aufsteigende Luft feuchtadiabatisch nur noch um 0,6°C pro 100 Höhenmeter ab.
Beginnt die Luft jenseits des höchsten Punktes am Alpenhauptkamm wieder abzusinken, so erwärmt sie sich sogleich. Sobald sich die Wolken - sichtbar als Föhnmauer - aufgelöst haben und die Luftfeuchte unter 100% gesunken ist, steigt die Lufttemperatur wieder trockenadiabatisch um 1°C pro 100 Meter.
Damit ist die im Tal auf der Alpennordseite ankommende Luft wesentlich wärmer als im Tal auf der Alpensüdseite.

Und die Föhnwolken? Die entstehen durch eine Wellenbewegung der Luft, zu der sie beim Wehen über das Gebirge angeregt wird. In den Wellenbergen der strömenden Luft bilden sich die länglichen Wolken, in den Wellentälern lösen sich die Wolken sofort wieder auf.

Übrigens: In manchen Alpentälern, besonders in der Schweiz, können regelrechte Föhnstürme mit Temperaturen deutlich über 20°C und extrem trockener Luft, beinahe wie in der Sahara, auftreten. In vergangenen Jahrhunderten hat man deshalb zum Schutz vor Bränden Föhnwachen aufgestellt. Schließlich waren die Holzhäuser mit Holzschindeln gedeckt und aus den Kaminen mit offenen Feuerstellen konnten bei Sturm schon einmal regelrechte Funkenregen herausgeweht werden. Brannte erst einmal ein Haus lichterloh, so waren alle Häuser eines Ortes in höchster Gefahr.

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