Desertifikation- Beispiel Sahelzone Durch Desertifikation besonders bedroht sind alle Übergangsbereiche zwischen Wüsten oder Halbwüsten und den sie umgebenden Räumen, die etwas mehr Niederschlag erhalten. Was ist eigentlich
Desertifikation? Nicht verstanden? Dann einfach weiterlesen, das Beispiel Sahel erklärt alles noch einmal ganz praktisch. Beispiel Sahel Traditionell bewohnten die Sahelzone in der Hauptsache Nomaden mit ihren Herden. Die Noamden wandern, angepasst an die jahreszeitlichen Niederschlags- und damit auch Vegetationsschwankungen mit den Herden immer dorthin, wo gerade Futter für die Tiere vorhanden ist. Aus Entwicklungshilfegeldern wurden
in den 1970er Jahren Tiefbrunnen für das Tränken der Herden
angelegt. Die Nomaden vergrößerten daraufhin häufig ihre
Herden, denn viele Tiere bedeuten in ihrer Gesellschaft eine hohe soziale
Stellung. Die Nomaden und eine kleine sesshafte Bevölkerung entnahm vor der Dürre und den Entwicklungshilfemaßnahmen der Natur nur so viel wie die Natur auch wieder nachproduzierte. Erst die Zerstörung des natürlichen Bewuchses durch Überweidung in weiten Bereichen um die Tiefbrunnen herum brachte das bestehende System durcheinander. Teilweise wurde die Vegetation so tiefgreifend zerstört, dass die traditionelle Nutzung nicht mehr möglich ist. So kann Entwicklungshilfe auch das Gegenteil des Gewollten hervorrufen! Daraus hat man aber inzwischen gelernt! Entwicklungshilfeprojekte müssen den landschaftlichen und klimatischen Gegebenheiten ebenso angepasst sein wie den menschlichen!
Schlimmer als die natürlichen
Unregelmäßigkeiten im Niederschlagsaufkommen ist die Bevölkerungszunahme
in dieser, eben wegen ihrer immer geringen und unregelmäßig
fallenden Niederschläge, sehr empfindlichen Region. Pflanzen wachsen
nur sehr langsam und immer mehr Menschen benötigen mehr Brennholz
und mehr Futter für ihre Herden. So wird auch noch der letzte spärliche
Bewuchs zerstört und kann sich durch ständige Beweidung und
Nutzung nicht mehr erholen.
Gerade weil die Menschen aber vor der bereits in ihre Heimat vordringenden Wüste in die benachbarte Savanne fliehen, gibt es dort dann zu viele Menschen und zu viele Tiere. So müssen in diesem Teufelskreis auf Dauer immer mehr Menschen fliehen. Seit 1969 flohen mehr als 150000 Menschen, vor allem die eigentlich mit ihren Herden umherwandernden Nomaden, die Tuaregs aus dem Norden. Die Dürrekatastrophe im Sahel raubte ihnen das Vieh, und somit die Lebensgrundlage. Nach aktuellen Erkenntnissen kehrt aber die Vegetation zurück, wenn auch nur etwas mehr Niederschläge fallen. Dass die ebenfalls vom Menschen gemachte Klimaerwärmung aber weite Bereiche der Übergangszonen noch trockener werden lässt, haben inzwischen verschiedene Untersuchungen gezeigt. Insgesamt stellt sich die Frage wie lange dieses sehr gefährdete Ökosystem bestehen kann, wenn das Bevölkerungswachstum von Staaten wie Mali, dem Niger oder dem Tschad ungebremst weitergeht. Der Druck Nahrungsmittel anzubauen, Brennholz zu sammeln, ... wächst immer mehr. Weitere Infos:
Diese
Seite ist Teil der Website |