AIDS
Afrika am schlimmsten betroffen
Verbreitung von HIV-Infektionen nach Regionen (update für Ende 2006
-> hier klicken!)
| |
2001 |
2003 |
2005 |
 |
|
Nordamerika |
950.000
|
1.000.000 |
1.300.000 |
| Karibik |
400.000
|
430.000 |
330.000 |
| Lateinamerika |
1.400.000 |
1.800.000 |
1.600.000 |
| Westeuropa |
540.000 |
580.000 |
720.000 |
| Nordafrika, Naher Osten |
400.000
|
480.000 |
440.000 |
| Subsahara
(südl. der Sahara) Afrika |
23.800.000 |
25.000.000 |
24.500.000 |
| Osteuropa, Zentralasien
|
890.000
|
1.300.000 |
1.500.000 |
| Ostasien, Pazifik |
640.000
|
900.000 |
680.000 |
| Süd-, Südostasien |
5.900.000 |
6.500.000 |
7.600.000 |
| Australien, Neuseeland |
15.000
|
32.000 |
78.000 |
Die Zahlen gehen kaum zurück!
Noch sind alle Hilfsmaßnahmen am Anfang, gemessen an der Zahl der
Erkrankten.
Ende 2006 gab es 39,5 Millionen (2004= 39,4) HIV-Infizierte weltweit.
Davon sind 2,3 Millionen (2004 = 2,2) Kinder unter 15 Jahren und etwa
10 Millionen Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren.
Weltweit haben sich im Jahr 2006 etwa 4,3 Mill. (2004 = 3,9 Millionen)
Menschen neu infiziert, davon 530.000 Kinder (2004 = 640.000).
Im gleichen Zeitraum sind insgesamt 2,9 Millionen (2004 = 2,7 Millionen)
Menschen an AIDS gestorben.

Zahl der weltweit Infizierten in den Jahren 2000 - 2004.
© UNAIDS (epidemic update 2004)
Zum Vergleich:
- Genaue Zahlen für 2004
- Genaue Zahlen für 2005
- Aids in Deutschland, Belgien,
Spanien
- Aids in der EU
Die Krankheit
Die Krankheit wurde wahrscheinlich in Afrika vom Affen auf den Menschen
übertragen (Urwaldmenschen aßen deren Gehirne). Der Virus wurde
aber erstmals im Jahre 1981 in San Francisco (USA) in der homosexuellen
Szene entdeckt und danach erforscht. Nach einer anfänglichen Angstwelle,
dass man sich durch z.B. einen einfachen Handschlag anstecken könnte,
stellte sich heraus, dass man sich nur auf bestimmten Wegen anstecken
konnte: Geschlechtsverkehr und Blutkontakt.
Seitdem haben sich mehr als 70 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert,
davon sind inzwischen schon über 30 Millionen der Krankheit erlegen.
Heute leben 39,5 Millionen Menschen weltweit, die den Virus in sich tragen.
Durchschnittlich gibt es alle 6 Sekunden eine neue Infektion, alle 10
Sekunden stirbt ein Mensch daran. 90% der Infizierten leben in Entwicklungsländern,
Afrika ist der bei weitem am stärksten betroffene Kontinent.
Aids-Infektionsraten:
Die AIDS-Infektionsraten sind nicht überall auf der Welt gleich hoch.
Nur 13 Prozent der Weltbevölkerung leben in Afrika, dennoch gibt
es hier fast 69 Prozent der HIV/AIDS-Fälle und 74 Prozent der weltweiten
Todesfälle durch Aids.
Dagegen leben in Asien 61 Prozent der Weltbevölkerung und ca. 20
Prozent der HIV-Infizierten.
Auf Nordamerika und Lateinamerika entfallen 14 Prozent der Weltbevölkerung
und etwa acht Prozent der HIV-Infektionen.
In Europa leben zwölf Prozent der Weltbevölkerung und zwei Prozent
der HIV-Infizierten weltweit.
Auf Ozeanien entfallen 0,5 Prozent der Weltbevölkerung. Diese Region
weist einen noch geringeren Anteil an den weltweiten HIV/AIDS-Fälle
auf: 0,1 Prozent.
Von den weltweit HIV
- Infizierten leben rund 24,9 Millionen in Afrika(!):
24,7 Millionen im Afrika südlich der Sahara und 460.000 in Nordafrika
und dem Mittleren Osten. Zwischen 2001 und 2003 haben sich jedes Jahr
mehr als 2 Millionen Afrikaner neu mit HIV infiziert, allein 2006 etwa
2,8 Millionen. Insgesamt starben vergangenes Jahr ca. 2,1 Millionen Menschen
an AIDS in Afrika.

Die Zahl der Menschen, die mit Aids in Afrika südlich
der Sahara lebt (links) und die Infektionsrate (rechts) © UNAIDS
In Afrika südlich der
Sahara fehlen (lt. UNAIDS) in einigen Ländern inzwischen bis zu 50%
der bäuerlichen Bevölkerung, Äcker bleiben unbestellt,
die Unterversorgung der Bevölkerung wird laufend schlimmer.
In mehreren Ländern Afrikas
wird die Bevölkerungszahl wegen der Aids-Toten bis 2050 um bis zu
60% zurückgehen (Hier
geht es zur Statistik)!
In den neun südafrikanischen
Ländern (Ausnahme Angola) ist die AIDS-Rate mit jeweils über
10% der Bevölkerung so hoch, dass beinahe 30% der weltweit Infizierten
in diesem Gebiet leben, in dem sich gerade einmal 2% der Weltbevölkerung
aufhalten.
In West- und Zentralafrika
ist die Krankheit zwar in den einzelnen Ländern nicht so stark verbreitet
(z.B. in Senegal weniger als 1%), aber die Zahl an Infizierten nimmt auch
dort teilweise von Jahr zu Jahr zu.
Im Mittleren Osten Afrikas und Nordafrika gab es 68.000
Neuinfizierte seit dem Jahr 2005. So blieb die HIV-Rate im letzen Jahr
bei rund 440.000 Personen, im selben Jahr kostete die Krankheit 36.000
Menschen das Leben.
Beispielländer
in Afrika:
Simbabwe:
Simbabwe ist im südlichen Afrika das einzige Land mit einem deutlichen
Rückgang der HIV-Infizierten. In Simbabwe lebt aber etwa ein Fünftel
der Erwachsenen mit dem HI-Virus. 2003 starben in Simbabwe 170.000 Menschen
an AIDS (2001 160.000). Die Lebenserwartung lag 2006 für Männer
bei 37 Jahren, für Frauen bei 34 Jahren!
Die Infektionsraten beginnen aber zu sinken von 22,1% 2003 auf 20% 2006.
Die Gründe dafür sind der zunehmende Gebrauch von Kondomen,
die immer später einsetzende sexuelle Aktivität und eine sehr
hohe Sterberate durch die Aids-Erkrankungen.

(prevalence: Infektionsrate) © UNAIDS
Äthiopien:
Äthiopien hat eine Einwohnerzahl von ca. 64 Millionen Menschen, davon
leiden ca. 1,0 Millionen unter dem HI-Virus. Genauso wie in Simbabwe,
sind besonders die Frauen betroffen. 0,7 Millionen Äthiopierinnen sind
HIV-infiziert. Auch in Äthiopien liegt die HIV-Rate in Städten und
dort bei den Prostituierten am höchsten, z.B. in Addis Ababa, der Hauptstadt
Äthiopiens, liegt sie bei dieser Bevölkerungsgruppe bei 39% bis 70%.
2003 starben 120.000 Äthiopier an AIDS (2001 100.000).
Nigeria:
In Nigeria leben 125 Millionen Menschen, von 1991 bis 2001 ist die
Zahl der HIV-Infizierten deutlich gestiegen, inzwischen scheint der Trend
stabil. 2,9 Millionen Nigerianer sind HIV infiziert, davon 1,6 Millionen
Frauen. 2003 starben 310.000 Menschen in Nigeria an AIDS (2001 260.000),
300.000 haben sich 2006 neu infiziert.
Südafrika:
Innerhalb von sechs Jahren sank die Lebenserwartung in mehreren Provinzen
des Landes von 63 auf 47 Jahre. Täglich infizieren sich ca. 1700 Menschen
an HIV.
Die Rate der schwangeren HIV-Infizierten in Südafrika stieg von 22,4%
1999 auf 30,2% im Jahr 2005.
Insgesamt sind über 10% der Gesamtbevölkerung infiziert!
Besonders Frauen
zwischen 20 und 29 sind durch Aids betroffen, hier stieg die Zahl der
Todesfälle in den Jahren 1999-2003 um 150%.
Zwischen 1997 und 2004 stieg die Gesamtzahl aller Todesfälle in Südafrika
um 79% an. Seit dem Jahr 2000 sterben mehr Erwachsene an Aids (48%), als
an jeder anderen Ursache.
Südafrika gab 2001 ca 80 Mio. US$ für die HIV-Bekämpfung
aus, bis 2005 stiegen die Ausgaben auf 446 Mio. US$ pro Jahr.
Im Jahr 2010 werden trotz allem wahrscheinlich zwei Millionen Waisen in
Südafrika leben.
Uganda: Hoffnung für
Afrika
Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer für Afrika. In Uganda
(siehe dort) sind die Neuansteckungsraten mit HIV/AIDS seit den frühen
90er Jahren zurückgegangen.
Die Zahl der Infizierten bleibt aber momentan auf hohem Niveau
realtiv gelich: im Jahr 2003 mit 1.000.000, auf 960.000 Ende 2005. Starben
2003 110.000 Menschen an Aids, waren es 2005 "nur" 91.000.
Ansteckung
Neueste Studienergebnisse haben gezeigt, dass in Afrika mehr Frauen als
Männer infiziert sind: Auf zehn HIV-positive Männer kommen etwa
zwölf bis 13 infizierte Frauen. Ein Grund dafür ist, dass Frauen
sich meist früher in ihrem Leben anstecken als Männer. Frauen
laufen auch eher Gefahr, sich schon beim ersten sexuellen Kontakt zu infizieren.
Mehr
zu den Gründen für die hohe Zahl Infizierter in Afrika
Lebenserwartung:
In einigen Ländern wirkt sich HIV/ AIDS verheerend auf die Lebenserwartung
aus. In den frühen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts lag die durchschnittliche
Lebenserwartung im südlichen Afrika bei 44 Jahren. Anfang der 90er
Jahre war sie auf durchschnittlich fast 60 Jahre gestiegen. Experten rechnen
damit, dass dieser Fortschritt durch AIDS wieder zunichte gemacht wird.
Ein Kind, das zwischen 2005 und 2010 im südlichen Afrika das Licht
der Welt erblickt, wird voraussichtlich nicht älter als 45 Jahre
werden.
90 Prozent der HIV-Infizierten leben in Entwicklungsländern, mehr
als zwei Drittel allein in Afrika. Vor allem im südlichen Afrika
wirkt sich die tödliche Immunschwächekrankheit verheerend auf
die Lebenserwartung der Bevölkerung und ihre wirtschaftliche Situation
aus.
Aids-Waisen:
Ein besonderes Problem stellt die hohe Zahl an Waisen dar. In Afrika gab
es 2003 (laut UNICEF) 12,3 Millionen Kinder, die ihre Eltern durch Aids
verloren haben.
| Land |
Zahl
der Aids-Waisen 2005 |
| Simbabwe |
18,94% |
| Botswana |
17,55% |
| Lesotho |
17,48% |
| Swasiland |
15,99% |
| Sambia |
14,32% |
| Malawi |
11,24% |
| Namibia |
11,03% |
| Kenia |
9,13% |
| Südafrika |
8,96% |
| Mosambik |
8,75% |
Quelle:
UNICEF
Die Behandlung
Die Behandlung von Aids in Afrika ist sehr Problem behaftet, da es kaum
dazu kommt, dass die Infizierten behandelt werden. Nur ein Prozent der
Erkrankten können ihre Behandlung aus der eigenen Tasche zahlen, und die
restlichen 99 Prozent sind auf die großzügigen Spenden aus der westlichen
Welt angewiesen, da es kein funktionierendes Gesundheitssystem, wie in
Deutschland, gibt.
Von UNAIDS und weiteren Organisationen
wurden drei Säulen (the "Three Ones") der effektiven Hilfe
in allen Ländern der Welt festgelegt:
- Ein Aids-Bekämpfungsbündnis,
das alle beteiligten Partner koordiniert
- Eine nationale
Koordinationsstelle mit weitreichenden Befugnissen
- Eine Organisation/Stelle,
die auf nationaler Ebene die Daten erhebt und bewertet

Behandlung des HIV-Virus bei Erwachsenen in Prozent der
Betroffenen,
insgesamt wurden 2005 in armen Ländern 1.300.000 Menschen behandelt,
ein Jahr zuvor waren es 400.000! © UNAIDS
Nach einem Rechtsstreit, den
ein Pharmakonzern im Jahre 1999 gegen den Staat Südafrika führte, da dieser
ein Gesetz erließ, welches dem Staat erlaubte, wirksame lebensverlängernde
Medikamente herzustellen, einigten sich beide Parteien auf einen Kompromiss,
der besagte, dass der Konzern weiterhin für den erwähnten Staat Medikamente
herstelle, wenn die Preise dem Einkommen der Afrikanern entsprächen würde.
Manche andere Staaten taten es Südafrika nach und einigten sich mit den
Pharmakonzernen auf einen angemessenen Preis. Das Konzept ging auf, und
schon viele Menschenleben konnten mit diesem neuen System verlängert werden.

Anteil der Menschen, die eine antiretrovirale Therapie erhielten, an denen,
die eine Therapie benötigen in Afrika südlich der Sahara.
(UNAIDS: 2006 report on the global AIDS epidemic)
Ein afrikanischer Infizierten
muss pro Jahr im Schnitt 1000 Dollar für seine Behandlung bezahlen. Das
sind etwa 9000 Dollar weniger als ein EU-Bürger für seine Medikamente
zahlen muss. Jedoch werden die Kosten in der EU von den Krankenkassen
übernommen, und in Afrika ist der Infizierte zum Teil auf sich alleine
angewiesen, bei einem Jahreseinkommen das oft die 1000 Dollar-Grenze deutlich
unterschreitet.
In vielen afrikanischen Ländern wurden bereits erfolgreiche Kampagnen
gestartet, welche die Erkrankten bei der Bezahlung ihrer Medikamentenkosten
finanziell unterstützt, jedoch sind die meisten afrikanischen Länder genauso
finanziell schlecht gestellt wie die HIV-Positiven, und so beschränken
sich die meisten Staaten auf die Aufklärung über Aids, um folgende Epidemien
zu verhindern.

Voraussichtliche jährliche Kosten für HIV- und
Aids-Bekämpfung aufgeschlüsselt nach Regionen © UNAIDS
Viele
der Infizierten verschweigen sogar ihre Krankheit, um von ihren Familien
oder ihren Bekannten nicht verurteilt zu werden, da sie ihren sozialen
Status in der Gesellschaft nicht verlieren wollen.
Aids tötet vor allem junge
Menschen. Die meisten Infizierten sterben innerhalb von zehn Jahren in
einem Alter, in dem sie normalerweise wirtschaftlich besonders produktiv
wären. Experten schätzen, dass Aids die wirtschaftliche Entwicklung
in den besonders betroffenen Ländern Afrikas deutlich beeinträchtigen
wird. Vor allem das Bildungs- und Gesundheitswesen leidet unter dem Verlust
zahlreicher gut ausgebildeter junger Arbeitskräfte. In Namibia, Botswana
und Simbabwe werden innerhalb der nächsten 20 Jahre bis zu 35 Prozent
aller Arbeitnehmer der Seuche zum Opfer fallen, schätzt die Internationale
Arbeitsorganisation (ILO). Entwicklungserfolge von Jahrzehnten würden
dadurch wieder zunichte gemacht.
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (hier
auch der vollständige Text)
Übrigens nehmen afrikanische
Aids-Kranke ihre Medikamente im Schnitt gewissenhafter ein als europäische
oder amerikanische Patienten. Sind es in Afrika 90% der Behandelten, die
ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, so sind es in Amerika
nur 70%!
(nach Greenpeace Magazin 6/2003)
Was sind wohl die 10 Länder
mit den meisten und den wenigsten HIV-Infizierten?
Auf der Seite der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung wird auch diese
Frage beantwortet!
Hier
geht es zur Antwort (Der externe Link öffnet sich in einem
neuen Fenster, das nur geschlossen werden muss, um wieder in der Afrika-Site
weitersurfen zu können!)
Hier
gibt es ein kleines Kreuzworträtsel zum Thema!
Quellen:
- Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
- UNAIDS
- UNICEF
Diese
Seite ist Teil der Website
www.geolinde.musin.de
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