Im Jahr 2007 bestehen die weltweiten
Fangflotten aus 3,5 Millionen
Booten, 200 Millionen Menschen arbeiten in der Fischbranche und fangen
jährlich 95 Millionen Tonnen Fisch.
Als der Kabeljau-Bestand in kanadischen Gewässern nur noch 1 Prozent der ursprünglichen Größe hatte, hat Kanada 1992 ein vollständiges Fangverbot ausgesprochen.
Dabei ist Fisch, besonders Kabljau, ein begehrtes Produkt auf dem Lebensmittelmarkt, gerade auch in der Europäischen Union.
Zudem stehen auch viele Arbeitsplätze in der Fischerei-Industrie auf dem Spiel. Weltweit sind ca. 35 Millionen Menschen in der Fischereiwirtschaft beschäftigt (FAO, 2000). Würde man den Bestand bestimmter Fischarten vor den eigenen Küsten ein oder zwei Jahre lang verschonen, würden zehntausende Fischer auf der Straße stehen. Die sehr kurzfristige Sichtweise vieler Politiker setzt sich daher zumeist gegenüber einer nachhaltigen Nutzung der Meere durch. Besonders in der EU. Auch als Ende 2005 die neuen Fangquoten für Kabeljau beschlossen wurden, war dies zu beobachten. Wissenschaftler fordern seit Jahren ein vollständiges Fangverbot, für 2006 wurde dagegen nur eine Reduzierung der Fangquote von 15% erreicht, auch 2008 liegen die Fangquoten sehr viel höher, als alle Wissenschaftler es empfehlen.
Der Bestand der meisten Arten ist innerhalb von 50 Jahren auf ein Zehntel geschrumpft! So bei Hai, Heilbutt oder Tunfisch (nach SdW).
Quelle:
FAO
Die Tiefseefischerei ist inzwischen zu einem weiteren zentralen Problem geworden. Bis vor 30 Jahren wurde vor allem im Bereich der Schelfmeere (nicht mehr als 200 Meter tief, der Festlandsockel) gefischt. Doch seitdem nimmt die Befischung der Tiefseearten zu:
Quelle:
FAO
Besonders problematisch sind bei der Tiefseefischerei drei Punkte:
Ohne massive Zuschüsse, etwa der EU, würde sich Tiefseefischerei kaum lohnen.
Weiterer wichtiger Faktor bei der Fischerei ist auch der sogenannte Beifang. Beifang nennt man die im Netz mitgefangenen Tiere, die nicht verkäuflich, also für den Fischer uninteressant sind. Der Beifang wird zurück ins Meer geschüttet, zu 90% tot! Alles in allem macht der Beifang zwischen 25% und 50% des gesamten Fanges aus.
Mindestens so problematisch aber ist, dass gerade Länder betroffen sind, die auf den Eiweißlieferanten Fisch dringend angewiesen sind! Forscher haben festgestellt, dass die an Land lebenden Wildtiere, bei schlechten Ergebnissen beim Fischfang, stärker bejagt werden. Der Wildtierbestand geht zurück, das ökologische Gleichgewicht einer Region kann gestört werden.
Alternativen? Weitere Infos: Was darf man eigentlich an Fischarten noch essen?
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